Visuell Evozierte Potenziale (VEP)

Die Ableitung visuell evozierter Potenziale (VEP) dient der Diagnostik von pathologischen Veränderungen in der Neurologie und Augenheilkunde. Es handelt sich um elektrische Spannungsänderungen, die durch ein EEG über das Gebiet in der Hirnrinde, das für die Verarbeitung der Sehsinneseindrücke zuständig ist, abgeleitet werden, während der Patient visuellen Reizen ausgesetzt ist.

Die Auswertung visuell evozierter Potenziale kann diverse Störungen und Erkrankungen der kompletten Sehbahn aufzeigen und stellt somit einen wertvollen Bestandteil der neurologischen Diagnostik dar – vor allem bei Verdacht auf Multiple Sklerose (MS).

Anwendungsgebiete in der Neurologie:

  • Multiple Sklerose (MS): chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems
  • Neurolues (Synonym: Neurosyphilis): Reihe von charakteristischen psychiatrischen oder neurologischen Symptomen, die bei unbehandelter oder nicht ausgeheilter Syphilis-Erkrankung mit einer Latenzzeit von Jahren bis Jahrzehnten auftreten können
  • Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Toxische Schädigung der Nervenbahnen durch Tabak, Alkohol oder Ethambutol (Antituberkulotikum)

Der Ablauf

Der Patient wird einem visuellen Reiz ausgesetzt, der entweder aus einem Schachbrettmuster mit schnell wechselnder Kontrastumkehr oder alternierenden Lichtblitzen besteht, während am Hinterhauptspol die VEPs über eine Elektrode wie bei der Elektroenzephalographie (EEG) aufgezeichnet werden. Da sich zu jeder Zeit spontane neuronale Aktivität als Rauschen im EEG darstellt, müssen die visuell evozierten Potenziale mehrmals hundertfach gemittelt werden, damit sie als Potenzialänderung erkennbar sind. Aus diesem Grund sind sowohl die Reizmuster als auch die definierte Reizstärke bzw. Reizgröße konstant. Dieses Verfahren wird auch als Averaging bezeichnet.

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