AEP (Akustisch Evozierte Potenziale) – Wissenswertes zum diagnostischen Verfahren

AEP ist eine Untersuchungsmethode zur Feststellung von Störungen der Hörbahn und des Hörnervs im Gehirn. Bei der Untersuchung werden dem Patienten über Kopfhörer häufig wiederholte und gut wahrnehmbare Klick-Geräusche vorgespielt. Die daraufhin von der Kopfhaut ausgehenden Reizantworten ermöglichen Rückschlüsse über das Gehör.

Diese Untersuchungsmethode geht auf den deutschen Nervenarzt Hans Berger (1873-1941) zurück. Er ging davon aus, dass sich die Tätigkeit des Gehirns in elektrischen Strömen messen lässt und erfand das EEG (Elektroenzephalografie). Hierbei wird die elektrische Aktivität der Hirnrinde über Elektroden gemessen. Das Verfahren wird beispielsweise zur Diagnostik von Epilepsien angewendet.

Im weiteren Verlauf kam die Idee auf, dass sich auch die Aktivität von bestimmten Sinnesorganen – etwa des Gehörs  in einer solchen Hirnstromkurve abbilden lässt. Jedoch sind die messbaren Aktivitäten, wenn das Ohr Geräusche wahrnimmt, sehr klein und damit schwer zu erfassen. Aus diesem Grund wird ein gleicher Reiz verwendet, um so eine Diagnose des Gehörs zu ermöglichen.

Anwendungsgebiete der akustisch evozierten Potenziale

Eine Untersuchung mit akustisch evozierten Potenzialen bietet die Möglichkeit, Schäden oder Störungen des Hörnervs und des Gehörgangs festzustellen. Diese Spezialisierung der EEG bietet dem Patienten eine schmerzfreie Untersuchung des Gehörs. Gleichzeitig ist bei dieser Untersuchungsmethode keine aktive Mithilfe des Patienten erforderlich.

Wann wird diese Untersuchung nötig?

Die AEP-Untersuchung wird vor allem bei folgenden Krankheiten angewendet:

  • Schwindel und Tinitus (Ohrgeräusch)
  • Entzündungen im Bereich des Nervensystems

Ablauf der AEP-Untersuchung

Vor Beginn der Untersuchung klärt der behandelnde Neurologe den Patienten und bei Kindern natürlich auch die Eltern  umfassend über alle wichtigen Informationen auf. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine schmerzfreie Untersuchung, die meistens eine Dauer von ca. 10 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt.

Die Untersuchung der akustisch evozierte Potentiale läuft in den folgenden Schritten ab:

  • Liegeposition einnehmen. Während der gesamten Untersuchung sitzt der Patient in einem bequemen Untersuchungsstuhl.
  • Messung der Aktivität. Für die Untersuchung wird dem Patienten ein Kopfhörer aufgesetzt.
  • Um die Aktivität der Kopfhaut zu messen, werden dem Patienten hinter den Ohren und in der Mitte des Kopfes kleine Metallplättchen mittels einer Haftpastete auf die jeweiligen Stellen geklebt.
  • Klick-Geräusche ertönen. Sobald alle Elektroden erfolgreich angeschlossen sind, hört der Patient über den Kopfhörer Serien von Klick-Geräuschen auf einem Ohr. Auf der anderen Seite ertönt hingegen nur ein Rauschen.
  • Abschluss der Untersuchung. Sobald die Messung abgeschlossen ist, nimmt der Arzt dem Patienten die Elektroden und den Kopfhörer wieder ab.

Dadurch, dass das Klick-Geräusch immer nur auf einem Ohr zu hören ist, kann die Aktivität des einzelnen Gehörgangs und des Gehörnervs jeweils differenziert beurteilt werden.

Während der gesamten Messung werden die Aktivitäten von einem speziellen Computer verarbeitet und in einem Aktivitätsdiagramm dargestellt und für die spätere Auswertung aufgearbeitet. Anhand dieses Diagramms kann der behandelnde Neurologe die tatsächliche Funktionalität des Hörnervs und des Gehörgangs ermitteln und so eine Dysfunktion genau diagnostizieren.

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